Anschreiben vs. Lebenslauf: Unterschiede & Tipps

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Anschreiben vs. Lebenslauf: Unterschiede & Tipps

Anschreiben und Lebenslauf dürfen in keiner Bewerbung fehlen. Worauf sollte man achten, wenn man Anschreiben und Lebenslauf verfasst? Wo liegen die Unterschiede und wie stellt man seine Eignung für die freie Stelle in beiden Dokumenten optimal dar? Unser Ratgeber verrät es dir.

Anschreiben und Lebenslauf: Essenziell in jeder Bewerbung

Wer sich für eine neue Stelle bewirbt, braucht eine aussagekräftige Bewerbung. Diese Bewerbung muss unbedingt vollständig sein. Das heißt: Sie enthält Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, wichtige Nachweise und gegebenenfalls weitere gefragte Dokumente. Besonders wichtig für die Beurteilung von Unternehmen, ob ein/e Kandidat:in sich für den Job eignen könnte, sind Anschreiben und Lebenslauf.

Aus Anschreiben und Lebenslauf geht hervor, was ein/e Bewerber:in kann, wo ihre/seine besonderen Kompetenzen liegen und welche Vorerfahrungen vorhanden sind. Anhand dieser beiden Dokumente können sich Personaler:innen oft schon ein recht gutes Bild von der grundlegenden Eignung von Bewerber:innen machen. Das kann gerade bei umkämpften Jobs dazu führen, dass Kandidat:innen mit weniger ansprechenden Anschreiben und Lebensläufen vorzeitig eine Absage erhalten – die Personalverantwortlichen sehen sich ihre weiteren Bewerbungsunterlagen dann oft gar nicht mehr so genau an. Umso wichtiger ist es, dass du weißt, worauf es beim Verfassen von Anschreiben und Lebenslauf ankommt – und wo die Unterschiede zwischen beiden Dokumenten liegen.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Anschreiben und Lebenslauf?

Bei Anschreiben und Lebenslauf unterscheidet sich schon die Form: Das Anschreiben ist eine Art Brief, der im Fließtext verfasst ist. Der Lebenslauf ist hingegen tabellarisch aufgebaut und stellt den bisherigen Werdegang von Bewerber:innen stichpunktartig dar. Während es im Lebenslauf um nüchterne Fakten geht – was hat ein/e Bewerber:in gemacht, was kann er/sie, welche Qualifikationen sind vorhanden –, können Bewerber:innen im Anschreiben freier formulieren, was sie auszeichnet. Ein überzeugend formuliertes Anschreiben kann eine/n Bewerber:in geeigneter wirken lassen als der Lebenslauf.

Im besten Fall greift beides ineinander: Das Anschreiben spricht das Unternehmen optimal an und geht aus Arbeitgeber:innensicht auf genau die richtigen Punkte ein, während der Lebenslauf zeigt, dass der/die Bewerber:in über die gewünschten Qualifikationen verfügt. Wenn beides zusammen ein harmonisches Gesamtbild ergibt, stehen die Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch am besten.

Tipps für das Anschreiben der Bewerbung

Mit dem Verfassen des Anschreibens verbringen viele Bewerber:innen die meisten Zeit. Nicht wenige sitzen scheinbar ewig vor einem leeren Word-Dokument und grübeln, wie sie das Bewerbungsschreiben am besten formulieren können. Diese Mühe ist zwar zeitraubend, lohnt sich aber: Wenn das Anschreiben gut geschrieben ist, bist du der Einladung zum Vorstellungsgespräch einen wichtigen Schritt näher.

Was zeichnet ein gutes Anschreiben aus? Es sollte auf die Punkte eingehen, die Arbeitgeber:innen darin erwarten. Du solltest also sowohl beschreiben, was dich auszeichnet und warum du dich für diese bestimmte Stelle eignest, als auch, warum du dir genau dieses Unternehmen ausgesucht hast. Kurzum: im Anschreiben geht es darum, deine Eignung und Motivation deutlich zu machen.

Ein gutes Anschreiben hat eine persönliche Note. Es liest sich authentisch und wirkt, als sei es genau für eine spezielle Firma geschrieben. Genau das solltest du auch tun. Natürlich kannst du Textbausteine aus Anschreiben für andere Arbeitgeber:innen übernehmen, aber du solltest sie unbedingt individuell auf den/die jeweilige/n Arbeitgeber:in zuschneiden.

Dazu orientierst du dich am besten an der Stellenausschreibung. Lies dir durch, was dem Unternehmen besonders wichtig ist – und zeige im Anschreiben, dass du diese Dinge mitbringst. Mit kurzen Beispielen aus früheren Jobs oder anderen Erfahrungen wirken deine Angaben plausibler. Gehe auch auf zwei bis drei essenzielle Soft Skills ein, die du besitzt und die für diesen Job besonders wichtig sind.

Es geht im Anschreiben nicht darum, deinen Lebenslauf in Textform zu bringen. Du musst also nicht lückenlos aufzählen, was du alles schon gemacht hast. Suche dir lieber einige Aspekte heraus, die besonders für deine Eignung für die angestrebte Stelle sprechen. Vergiss nicht, ausreichend deutlich zu machen, warum du zu der/m jeweiligen Arbeitgeber:in möchtest. Hieran hapert es in vielen Anschreiben, aber genau das wollen Unternehmen lesen. Wichtig bei deiner Erklärung: Sie sollte unbedingt glaubhaft wirken. Zu schreiben, dass eine bestimmte Firma dein/e absolute/r Traumarbeitgeber:in ist, ohne das näher zu erläutern, ist wenig überzeugend.

So stellst du deine Qualifikationen im Lebenslauf optimal dar

Oft ist es der Lebenslauf, den sich Personaler:innen in einer Bewerbung zuerst ansehen. Das hat einen guten Grund: Wenn es an grundlegenden Qualifikationen mangelt, braucht man sich ein womöglich wohlklingendes Anschreiben gar nicht erst durchzulesen. Wie beim Anschreiben gilt auch beim Lebenslauf: Passe das Dokument für jede/n Arbeitgeber:in individuell an. Du solltest für jeden Job neu entscheiden, welche Erfahrungen und Kompetenzen du hervorhebst oder überhaupt erwähnst. Orientiere dich dabei eng an der Stellenausschreibung.

Bisherige Erfahrungen solltest du kurz beschreiben, wenn sie besonders wichtig sind. Das gilt in jedem Fall für frühere Jobs. Nenne stichpunktartig einige Aufgaben, Verantwortlichkeiten und gehe auf deine Erfolge ein. Als Berufsanfänger:in kannst du das auch bei Praktika und Nebenjobs machen.

Der Lebenslauf sollte sich auf maximal zwei Seiten beschränken und nur Qualifikationen enthalten, die aus Sicht des jeweiligen Unternehmens interessant sind. Du kannst länger zurückliegende Jobs und Praktika weglassen, ebenso frühere Stationen des Bildungswegs. Vor allem mit etwas Berufserfahrung reicht es vollkommen, dein Studium oder deine Ausbildung im Lebenslauf anzugeben.

Es ist dir überlassen, ob du ein Bewerbungsfoto im Lebenslauf verwendest. Arbeitgeber:innen dürfen es aufgrund der Vorgaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) nicht verlangen. Aber: Es wird nach wie vor in der Regel erwartet. Selbst wenn nicht: Ein sympathisches Foto, das dich kompetent wirken lässt und den/die Personaler:in anspricht, kann deine Chancen enorm steigern. Das spricht dafür, ein Bewerbungsfoto zu nutzen. Achte darauf, dass es aktuell und von hoher Qualität ist – es lohnt sich, in eine gute Fotografin oder einen guten Fotografen zu investieren.